Das Architekten- und Designer-Ehepaar Jacques und Jacqueline Groag: zwei vergessene Künstler der Wiener Moderne
Registro en:
3-205-77300-4
10.26530/oapen_574824
Autor
Prokop, Ursula
Institución
Resumen
Das Archltekten- und Designer-Ehepaar Groag
(Abb 1) zählt zu den zahlreichen Kunstlern,
die im Wien der Zwischenkriegszeit gewirkt
haben und trotz Ihres maßgeblichen Anteils
am Kunst- und Kulturleben dieser Jahre heute
weitgehend vergessen sind. Dem Umfeld von
Adolf Loos, Josef Hoffmann und Josef Frank
angehörend, zählen sie zu den Vertretern
einer kleinen Avantgarde, die Wien auch nach
dem Ersten Weltkrieg, als der Status einer
Reichsmetropole bereits verloren gegangen
war, nicht In die Provinzialität gleiten ließen.
Im Spannungsfeld eines zunehmend restriktiver werdenden Kulturklimas war es insbesondere diese Gruppierung, die die Kontakte zur
internationalen Moderne aufrecht hielt. Erst
die Vertreibung dieser uberwiegend jüdischen
Künstler und Intellektuellen 1938 beendete
diese Periode - ein Schicksal, das auch das Ehepaar Groag teilt In diesem Sinne ist das tragische Leben von Jacques Groag und seiner Frau
Hilde Blumberger (die sich erst später JacqueIlne Groag nannte), nicht zuletzt auch als ein
Tell der österreich Ischen Geschichte anzusehen, bedeutet doch die Beraubung und die
physische Vernichtung der österreich ischen
Juden zum Tell auch die Auslöschung der eigenen kulturellen Identität.